Die Losungen:

Psalm 4,2
Der du mich tröstest in Angst, sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
Lukas 22,32
/Jesus sprach zu Petrus:/ Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.

Kennen – Lieben - Anbeten
Du kannst nur den anbeten, den du liebst, und lieben, den du kennst!


von Yazz Gnädig

Rick Godwin sagte einmal: „Die zwei großartigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest und der Tag, an dem du rausfindest, warum.“


Warum wurde ich geboren? Eine Frage, die sich sicher jeder von uns schon einmal gestellt hat und an der viele Menschen zerbrechen. An der Suche nach der eigenen Identität und dem Platz, den sie in der Gesellschaft auszufüllen versuchen, scheitern immer mehr Menschen. Und so wird diese Frage zu einem der häufigsten Gründe, warum Menschen in Not geraten und sich in Depressionen, Essstörungen und manchmal sogar im Suizidversuch wiederfinden. Umso schöner, wenn Menschen ihre wahre Identität in Gott finden und IHN als ihren Schöpfer und Vater kennen lernen. Doch wie traurig wäre es, wenn es bei diesem Kennenlernen bleiben würde. Vielmehr ist Gott an einer persönlichen Beziehung zu uns interessiert. Eine Beziehung, die weit über das Ereignis Bekehrung hinausgeht. Auch wenn einige Leute sich damit zufrieden geben, sich einmal zu bekehren und nun in diesem Stadium stecken bleiben, hat Gott für das Zeitfenster „NachderBekehrung“ so viel mehr für uns, als wir oft in Besitz nehmen. Ein Leben in der lebendigen Gottesbeziehung kostet uns etwas – unser Leben – aber es ist es definitiv wert!

Gott schuf jeden einzelnen Menschen auf wunderbare Weise, ER plante jeden von uns. In Psalm 139, 16 steht, dass ER uns gesehen hat, schon bevor wir geboren wurden. Jeder Tag unsers Lebens war in seinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann. Gott hat einen Plan mit unserem Leben – einen guten!

Schon mal von der ReisfeldTheorie gehört? Diese Theorie beschreibt das Problem der Übergabe von Vermögen an die nächste Generation. Sie schildert Folgendes:

1. Generation: beginnt arm, arbeitet im Reisfeld, sammelt Vermögen an

2. Generation: zieht in die Stadt, gönnt sich den kleinen Wohlstand und arbeitet weiter am Aufbau ihres Unternehmens und der Vermehrung ihres Vermögens

3. Generation: hat keine eigene Arbeitserfahrung mehr, konsumiert nur noch, lebt im großen Luxus

4. Generation: geht zurück zum Reisfeld, um dort erneut in Armut zu beginnen

Was wir aus dieser Theorie lernen können, ist, dass jede Generation ihre eigenen Erfahrungen machen muss, um den Wert des Erlangten zu schätzen und richtig einzusetzen. Und genau das Gleiche müssen wir auch in Bezug auf unsere Beziehung zu Gott beachten. Wenn wir auf die eigenen Erfahrungen mit Gott in unserem Leben verzichten, wird unser Glaube ganz schnell zur Religion!

Man kann sein Wissen über und seine Erfahrungen mit Gott nicht „erschwindeln“. Gott möchte eine ganz eigene, persönliche Beziehung zu jedem Einzelnen von uns haben. Wir mögen durch Erzählungen und Berichte früherer Generationen vielleicht eine perfekte Hülle aufbauen können, doch unsere noch so schöne Hülle wird erst dann mit lebendigem Inhalt gefüllt, wenn wir anfangen, eine persönliche Gottesbeziehung aufzubauen. Amos 5, 2124 berichtet uns von einem Volk mit perfekter Hülle – doch ohne Inhalt. Und Gottes Gedanken über sie sind erschreckend: „Ich hasse und verachte eure religiösen Feste und kann eure feierlichen Zusammenkünfte nicht riechen. Ich will eure Brandund Speiseopfer nicht haben; die Friedensopfer eurer Mastkälber will ich nicht sehen! Hört auf mit dem Lärm eures Lobpreises! Eure Anbetungsmusik werde ich mir nicht anhören. Stattdessen will ich Recht fließen sehen wie Wasser und Gerechtigkeit wie einen Fluss, der niemals austrocknet.“

Das Herz Gottes war in ihrer Beziehung und Anbetung nicht zu finden. Und diese Tatsache verwandelte ihren Lobpreis in puren Lärm. Auch wenn es noch so einfach erscheint, sich am Wissen und den Schätzen der Generation vor uns zu bedienen, ist eine vorgetäuschte Beziehung bei Gott nicht möglich. Gott verlangt es nach Echtheit und Integrität, einer  Anbetung im Geist und in der Wahrheit!

Gott möchte, dass wir IHN suchen, mehr als irgendeine Erfahrung, die weitläufig mit IHM zu tun hat. Er möchte, dass wir ganz unvoreingenommen vor ihn treten und IHN kennen lernen. ER möchte so sein dürfen, wie er wirklich ist und nicht, wie andere es uns erzählt oder vorgelebt haben genauso wenig wie wir möchten, dass Menschen von uns ein vorgeprägtes Bild haben, wenn sie uns kennen lernen. Gib Gott die Chance, so zu sein, wie ER wirklich ist! Und wenn du IHN wirklich kennen lernst, in seiner wahren Natur, dann kann ich dir Eines versprechen: Du wirst IHN lieben!

Als Jesus in Matthäus 22, 37 gefragt wird, welches das wichtigste Gebot im Gesetz von Mose sei, antwortet er: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken!“

Ich hörte vor kurzem, wie ein Prediger darüber berichtete, dass immer mehr Menschen zu ihm kommen und ihn fragen: Was denkst du, ist meine Berufung? Die Antwort, die er all diesen Menschen gibt, ist immer dieselbe: „Deine Berufung ist es, Gott zu lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Dein Dienst wird dir dann in der Beziehung zu Gott deutlich, doch zuerst ist deine Berufung, Gott zu lieben! “

Doch leichter gesagt als getan. Gott lieben von ganzem Herzen, ganzer Seele und mit allmeinen Gedanken, das ist eine Sache, die nicht einfach so passiert. Ich habe in meiner Beziehung zu Gott und meinen unzähligen Versuchen, ihn aus eigener Kraft immer mehr zu lieben, Eines gelernt: Es ist einfacher, als ich dachte! Während ich versuchte, IHN mit eigener Kraftanstrengung mehr zu lieben und seine Liebe in meinem Leben zu integrieren,

wuchs meine Frustration über den geringen Fortschritt ins Unermessliche. Bis ich den folgenden Satz hörte: „Anstatt zu versuchen, ihn mehr zu lieben, liegt der Schlüssel darin, dass wir über seine Liebe meditieren.“ Klingt einfach und so passiv, doch glaub mir, es wird zur aufregendsten Sache der Welt. Jedes Mal, wenn Gott mir erneut seine Liebe in der Natur, meinen Beziehungen, seinem Wort oder Gefühlen offenbart, wächst meine Liebe zu Ihm.

Du wirst Gott immer nur so sehr lieben können, wie du dich zuerst von Ihm lieben lässt. Und wenn du seine Liebe in deinem Leben zulässt, dann wird aus dieser Liebe, aus den Offenbarungen Gottes dir gegenüber deine Anbetung wachsen. Es ist deine ganz persönliche Antwort auf sein Wirken in und um dich. Oder wie Richard Foster so schön sagt: „Deine Antwort auf die Annäherungsversuche der Liebe aus dem Herzen des Vaters .“

Mose, Daniel, David, Maria, Paulus, Silas all diese Helden der Bibel erlebten diesen Annäherungsversuch Gottes, sie alle hatten eine Gottesbegegnung, eine Offenbarung seiner selbst und ihre Antwort darauf war Anbetung! Sie knieten, fielen zu Boden, warfen sich auf ihr Gesicht, sie sangen, tanzten, weinten, feierten... versuchten irgendwie ihre Liebe und Erstaunen über seine Liebe, Größe und Güte Ausdruck zu verleihen.

Gott gab dir einen freien Willen. Ihn zu lieben ist deine freie Entscheidung und Ihn anzubeten ein freiwilliger Akt. Doch auch wenn Gott sich so sehr nach deiner Anbetung sehnt, musst du verstehen, dass ER deine Anbetung nicht „braucht“. Du brauchen sie. Warum? Weil du in der Anbetung von Ihm gefunden wirst. Und während ER sich dir in der Anbetung immer mehr offenbart, wächst deine Liebe, Hingabe und Anbetung immer mehr, bis dein ganzes Leben davon erfüllt ist. Und dann wird es dir möglich sein, den Herrn, deinen Gott, zu lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken!