Die Losungen:

Psalm 16,11
Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.
Johannes 6,68
Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

von Inge-Katrin Rottloff

dann hätte das Konsequenzen, sie würden stürzen und sich evtl. verletzen. Als ich das alles beobachtete, redete Gott zu mir: „So wie die Blinden sich führen lassen, so möchte ich, dass du dich führen lässt.“ Ich wurde sehr traurig, weil ich erkennen musste, dass mir so ein Vertrauen fehlte. Ich musste eingestehen: „Herr, ich habe das nicht, was die Blinden haben. Ich habe lieber selber alles unter Kontrolle.“


Ich wusste, dass ich das niemals alleine schaffen konnte zu solch einem Vertrauen zu kommen und ich bat Gott mich zu so einem Menschen zu erziehen. Wenn Gott redet, muss das kein Donnern sein, es muss nicht laut sein und ist doch gewaltig. Es war als hätte Gott mir ein Gütezeichen aufgedrückt, obwohl ich diese Gütekriterien noch gar nicht erfüllte. Schon wenn er sagt: „Ich will, dass du dich zu so einem Menschen entwickelst, dann traut er mir das zu, dass ich mit seiner Hilfe zu so einem Vertrauen komme.“ Diese Gnade berührte mich sehr, dass er mir zutraut, so zu werden wie er es sich wünscht.
Ich fuhr fast die ganzen Urlaubstage mit den Blinden und war dann selbst für einige zum Führer geworden. Ich führte nicht so gut wie Gott uns führt. Manchmal vergaß ich eine Kurve anzusagen, weil ich mit meinen eigenen Ski zu kämpfen hatte und einmal marschierte eine Frau in den Wald hinein, weil ich nicht aufmerksam war. So landete durch meine Unachtsamkeit schon mal jemand im Schnee. Gott führt uns sicher, er sagt die Wegstrecke an, die vor uns liegt, wenn diese Information wichtig für uns ist.
Etwa fünf Tage nach diesen Erlebnissen verstarb völlig unerwartet mein Vater. Das Letzte, was ich ihm am Telefon erzählte, war dieses Erlebnis mit den Blinden. Ich redete ungewöhnlich lange mit ihm per Handy aus Italien. Ich wusste nicht, dass ich ihn nicht wieder sehen und auch nicht mehr hören würde. Gott ist gut und er führt absolut liebevoll und absolut sicher.
Es ist jetzt über ein Jahr her; Gott hat mich wachsen lassen in dem Vertrauen auf ihn und ich habe noch eine andere Lektion gelernt. Vor etwa vier Wochen saßen meine Gebetspartnerin und ich zusammen und lobten Gott, erbauten uns gegenseitig, hörten auf Gott und brachten Gebetsanliegen vor. Da hatte ich den Eindruck, dass sich in einem etwa 50 Meter Luftlinie entfernten Hochhaus jemand mit Selbstmordgedanken befindet. Es war ein Hochhaus mit 22 Stockwerken. Ich teilte den Eindruck meiner Glaubensschwester mit und wir beteten für diesen Menschen. Dieser Eindruck war so deutlich, dass ich am nächsten Tag einen Bewohner dieses Hochhauses fragte: „Was war denn bei euch los?“ Er teilte mir mit, dass die Polizei jemanden abgeholt hätte. Ich sah keine Veranlassung mehr die Sache weiter zu verfolgen und vergaß das Ganze.
Etwa drei Wochen später stürzte sich ein junger Mann aus dem 22. Stock dieses Hochhauses. Ich war sehr erschüttert. Gott hat während der Gebetszeit eine Information gegeben und wir hatten sie interpretiert und gehandelt und wir hatten gemeint wir wüssten was zu tun sei. Mir wurde klar, dass wir hätten fragen müssen: „Herr, was sollen wir mit dieser Information tun?“ Wir hatten selbst eine Interpretation gefunden, gehandelt und dann war es für uns erledigt. Ich war sehr erschrocken über mich, dass ich geglaubt hatte, ich wüsste was zu tun sei.
Diese Begebenheit hat uns beide etwas gelehrt. Wir schreiben jetzt alle Eindrücke auf, die wir im Gebet oder auch so erhalten und fragen bei Gott nach. Bei mir hat das schon zu einer Veränderung in meinem Verhalten geführt. Ich habe oft auf Gelegenheiten reagiert und nicht nachgefragt, ob das, was ich sah und zu tun beabsichtigte, Gottes vorbereitetes Werk für mich war. Der junge Mann, der sich aus dem 22. Stock stürzte, hat es nicht überlebt. Gott schenkte mir noch eine Einsicht: Ich erfuhr, wer diesen jungen Mann im Fahrstuhl zur letzten Fahrt in den 22. Stock gesehen hatte. Er schilderte, dass der junge Mann nicht ansprechbar war, gar nicht reagiert hatte. Im 22. Stock versuchte er noch einmal mit ihm zu kommunizieren. Dann ging er in seine Wohnung und der junge Mann blieb alleine und auf sich gestellt im Flur des obersten Stockwerkes.
Gott machte mir klar, dass man ohne geistliche Autorität keinen Menschen retten kann. Natürlich kann nur Jesus retten, aber wir haben die geistliche Autorität zur Verfügung, seine Werke zu tun und Menschen aus den Bindungen des Feindes zu lösen. Man muss sich das mal vorstellen: Da war noch jemand bei dem jungen Mann, fuhr 22 Stockwerke mit ihm im Fahrstuhl, versuchte mit ihm Smalltalk, bemerkte, dass er völlig abwesend war, hatte aber nicht Gottes Kraft und die Einsicht durch den Heiligen Geist, in welcher Gefahr sich der junge Mann befand.
Wenn ich mir vorstelle, dass wir im Gebet die Information erhielten, dass sich in diesem Hochhaus jemand in Gefahr befindet und wir aber nicht nach Gottes Vorgehensweise fragten, dann wird mir deutlich: „Wir werden nichts gegen die Finsternis ausrichten können ohne in Demut nach seinem Plan in dieser Sache zu fragen und dann gehorsam danach zu handeln.“ Und wenn wir nicht die geistliche Autorität haben, bleiben Menschen gebunden und der Feind kann weiter verwüsten. Gott hat es aber anders vorgesehen: „Siehe, ich habe euch Macht gegeben zu treten auf Schlangen und Skorpione und über alle Gewalt des Feindes und nichts wird euch schaden.“ (Lukas 10,19)